Diese 4 Hammer solltest du kennen!

Vier Hammerarten im Vergleich: Schlosserhammer, Klauenhammer, Gummihammer und Schonhammer mit ihren typischen Einsatzgebieten für Werkstatt, Holzarbeiten und Montage.

Welcher Hammer eignet sich wofür?

Ein Hammer gehört zur Grundausstattung jeder Werkstatt. Doch Hammer ist nicht gleich Hammer: Während du mit einem Schlosserhammer Nägel einschlägst und kleinere Metallarbeiten erledigst, kannst du mit einem Klauenhammer eingeschlagene Nägel wieder herausziehen. Bei empfindlichen Werkstücken sind dagegen Gummihammer oder Schonhammer die bessere Wahl.

Gerade Gummihammer und Schonhammer werden häufig miteinander verwechselt. Dabei unterscheiden sie sich bei Material, Schlagverhalten und Einsatzgebiet deutlich.

In diesem Ratgeber zeigen wir dir die vier wichtigsten Hammerarten für Heimwerker und erklären, welcher Hammer für welche Arbeit geeignet ist.


Wie ist ein Hammer aufgebaut?

Das Grundprinzip eines Hammers ist einfach. Er besteht aus einem Hammerkopf und einem Stiel. Durch die Länge des Stiels wird die Bewegung deiner Hand beschleunigt und beim Auftreffen des Hammerkopfes auf das Werkstück als Schlagenergie übertragen.

Je nach Hammerart unterscheiden sich Form und Material des Kopfes deutlich. Beim klassischen Schlosserhammer besteht der Kopf aus Stahl und besitzt eine flache Bahn sowie eine schmalere Finne. Gummi- und Schonhämmer verwenden dagegen weichere Schlagflächen, um Werkstücke beim Schlagen weniger stark zu beschädigen.


1. Schlosserhammer – der Allrounder für die Werkstatt

Der Schlosserhammer ist wahrscheinlich der bekannteste Hammer und ein echter Allrounder. Er wird sowohl bei einfachen Arbeiten im Haushalt als auch in Metallwerkstätten eingesetzt.

Typisch ist der Hammerkopf aus Stahl. Auf einer Seite befindet sich die flache Bahn, auf der anderen die keilförmige Finne.

Wofür wird ein Schlosserhammer verwendet?

Typische Anwendungen sind:

  • Nägel einschlagen
  • kleinere Metallarbeiten
  • Bauteile richten
  • Arbeiten mit Durchschlägen und geeigneten Meißeln
  • Montagearbeiten
  • allgemeine Werkstattarbeiten

Durch den Stahlkopf wird die Schlagenergie sehr direkt übertragen.

Praxisbeispiel

Du möchtest einen Nagel in eine Holzkonstruktion einschlagen. Die große Bahn bietet eine gut kontrollierbare Schlagfläche. Für kleinere Richt- oder Montagearbeiten an Metall kann der Schlosserhammer ebenfalls verwendet werden.

Vorteile des Schlosserhammers

  • sehr vielseitig
  • direkte Kraftübertragung
  • robust und langlebig
  • viele unterschiedliche Gewichte erhältlich
  • für Holz- und Metallarbeiten verwendbar

Nachteile

  • Stahlkopf kann empfindliche Oberflächen beschädigen
  • hinterlässt schnell Schlagstellen
  • nicht zum schonenden Ausrichten empfindlicher Bauteile geeignet

Welches Gewicht ist sinnvoll?

Schlosserhämmer gibt es in zahlreichen Gewichtsklassen. Je schwerer der Hammerkopf, desto größer kann die übertragene Schlagenergie sein. Für allgemeine Heimwerkerarbeiten sind mittlere Größen besonders vielseitig.


2. Klauenhammer – einschlagen und herausziehen

Der Klauenhammer ist besonders bei Holzarbeiten praktisch.

Seinen Namen verdankt er der charakteristischen Klaue auf der Rückseite des Hammerkopfes. Sie besteht aus zwei gebogenen Spitzen, zwischen denen ein Nagel aufgenommen werden kann.

Der Hammer dient dadurch nicht nur zum Einschlagen, sondern auch zum Herausziehen von Nägeln.

Wofür wird ein Klauenhammer verwendet?

Typische Einsatzgebiete sind:

  • Holzarbeiten
  • Möbelbau
  • Reparaturen
  • Nagelarbeiten
  • Ausbauarbeiten
  • Entfernen alter Nägel

Praxisbeispiel

Du schlägst beim Bau eines Regals einen Nagel an der falschen Stelle ein.

Mit einem Schlosserhammer benötigst du anschließend beispielsweise eine Zange zum Entfernen des Nagels.

Beim Klauenhammer drehst du den Hammer einfach um, setzt die Klaue unter dem Nagelkopf an und ziehst den Nagel durch die Hebelwirkung heraus.

Vorteile des Klauenhammers

  • Einschlagen und Entfernen von Nägeln mit einem Werkzeug
  • hohe Hebelwirkung beim Nagelziehen
  • besonders praktisch für Holzarbeiten
  • vielseitig bei Reparatur- und Montagearbeiten

Nachteile

  • weniger für Metallarbeiten geeignet
  • Klaue kann empfindliche Holzoberflächen beim Hebeln beschädigen
  • für reine Schlagarbeiten ist ein Schlosserhammer häufig universeller

Tipp beim Herausziehen von Nägeln

Bei empfindlichen Holzoberflächen kannst du ein dünnes Stück Restholz unter den Hammerkopf legen. Dadurch verteilt sich die Belastung beim Hebeln und die Oberfläche wird weniger leicht eingedrückt.


3. Gummihammer – kräftig schlagen und Oberflächen schonen

Der Gummihammer besitzt statt eines Stahlkopfes einen Kopf aus einer Gummimischung.

Dadurch wird der Schlag großflächiger und weicher auf das Werkstück übertragen. Genau das macht ihn interessant, wenn Bauteile bewegt oder eingepasst werden sollen, ohne direkt mit einem Stahlhammer daraufzuschlagen. Gummihämmer werden beispielsweise beim Ausrichten und Einpassen sowie bei Platten- und Bodenarbeiten eingesetzt.

Wofür wird ein Gummihammer verwendet?

Typische Anwendungen sind:

  • Pflastersteine ausrichten
  • Bodenplatten verlegen
  • Möbelteile zusammenfügen
  • Holzteile einpassen
  • Laminat verlegen
  • empfindliche Bauteile ausrichten

Praxisbeispiel

Du möchtest zwei Holzbauteile mit Dübeln zusammenfügen.

Mit einem Stahlhammer könnten schnell Druckstellen oder Beschädigungen entstehen. Ein Gummihammer verteilt die Schlagkraft auf eine größere und weichere Fläche.

Das Bauteil kann dadurch vorsichtig in Position gebracht werden.

Vorteile des Gummihammers

  • materialschonendes Arbeiten
  • große Schlagfläche
  • gut zum Ausrichten und Einpassen
  • vielseitig bei Holz-, Boden- und Montagearbeiten
  • deutlich geringeres Risiko von Schlagstellen als bei einem Stahlhammer

Nachteile

  • nicht zum Einschlagen von Nägeln gedacht
  • weniger direkte Kraftübertragung
  • Gummikopf kann sich mit der Zeit abnutzen
  • dunkle Gummimischungen können auf manchen hellen oder empfindlichen Oberflächen Spuren hinterlassen

4. Schonhammer – kontrollierte Schläge bei Montagearbeiten

Auf den ersten Blick sieht ein Schonhammer dem Gummihammer ähnlich. Seine Konstruktion ist jedoch häufig deutlich vielseitiger.

Viele Schonhämmer besitzen einen Metallkörper mit auswechselbaren Schlageinsätzen aus Kunststoff, Nylon, Polyurethan oder anderen Werkstoffen. Es gibt außerdem rückschlagarme oder rückschlagfreie Ausführungen, bei denen eine bewegliche Masse im Hammerkopf den Rückprall reduziert. Austauschbare Nylonköpfe und rückschlagfreie Konstruktionen sind typische Merkmale entsprechender Werkstattausführungen.

Wofür wird ein Schonhammer verwendet?

Besonders geeignet ist er für:

  • Montagearbeiten
  • Ausrichten von Werkstücken
  • Einpassen von Bauteilen
  • Maschinenbau
  • Metallbearbeitung
  • Arbeiten an empfindlichen Oberflächen
  • Fügen von Bauteilen und Passungen

Praxisbeispiel

Ein Werkstück sitzt leicht verkantet in einer Vorrichtung.

Ein Schlag mit dem Schlosserhammer könnte eine Delle hinterlassen. Mit einem passenden Kunststoffeinsatz des Schonhammers kannst du das Werkstück kontrolliert ausrichten und die Oberfläche dabei besser schützen.


Was bedeuten unterschiedliche Schlageinsätze?

Ein großer Vorteil vieler Schonhämmer sind wechselbare Einsätze.

Je nach Hersteller und Hammer können unterschiedlich harte Materialien verwendet werden. Ein weicher Einsatz eignet sich eher für empfindliche Werkstücke, während ein härterer Kunststoffeinsatz eine direktere Kraftübertragung ermöglicht.

Sind die Schlagflächen verschlissen, können sie bei entsprechend konstruierten Hämmern ausgetauscht werden. Der komplette Hammer muss deshalb nicht ersetzt werden.


Was bedeutet „rückschlagfrei“?

Bei einem normalen Hammer prallt ein Teil der Bewegungsenergie nach dem Schlag zurück.

Bei bestimmten rückschlagfreien Schonhämmern befindet sich dagegen eine bewegliche Masse – beispielsweise Stahlschrot oder Stahlkugeln – im Hammerkopf. Sie bewegt sich beim Schlag nach und reduziert den Rückprall des Hammers.

Das ermöglicht kontrollierte Schläge und kann gerade bei wiederholten Montagearbeiten angenehm sein.


Gummihammer oder Schonhammer – wo liegt der Unterschied?

Diese beiden Hammerarten werden besonders häufig verwechselt.

Der klassische Gummihammer besitzt einen vergleichsweise großen Kopf aus Gummi. Seine Stärke liegt darin, Schläge weich und großflächig auf ein Werkstück zu übertragen.

Ein Schonhammer besitzt dagegen häufig separate Schlagflächen oder austauschbare Einsätze. Dadurch lässt sich die Charakteristik des Schlages besser an die jeweilige Arbeit anpassen. Kunststoff-Schonhämmer werden beispielsweise zum Positionieren und Ausrichten von Werkstücken verwendet.

Eigenschaft Gummihammer Schonhammer
Schlagfläche Gummi häufig Kunststoff/Nylon oder andere Einsätze
Schlagwirkung weich und federnd kontrollierter und je nach Einsatz unterschiedlich
Einsätze wechselbar normalerweise nein bei vielen Modellen ja
Rückschlagfrei erhältlich teilweise häufig
Boden- und Plattenarbeiten sehr gut bedingt
Werkstücke ausrichten gut sehr gut
Montagearbeiten gut sehr gut

Die vier Hammerarten im direkten Vergleich

Hammer Stärke Besonders geeignet für
Schlosserhammer direkte, kräftige Schläge Werkstatt, Nägel, Metallarbeiten
Klauenhammer Nageln und Nagelziehen Holzarbeiten und Reparaturen
Gummihammer weiche, großflächige Schläge Holz, Platten, Bodenarbeiten
Schonhammer kontrolliertes, materialschonendes Schlagen Montage und Ausrichten

Welchen Hammer braucht ein Heimwerker wirklich?

Für eine gut ausgestattete Werkzeugkiste ergänzen sich die vier Hammerarten hervorragend.

Der Schlosserhammer übernimmt die allgemeinen Schlagarbeiten. Wer häufig mit Holz und Nägeln arbeitet, profitiert zusätzlich von einem Klauenhammer.

Der Gummihammer kommt zum Einsatz, sobald empfindlichere Bauteile zusammengefügt oder ausgerichtet werden sollen.

Für feinere Montagearbeiten und das kontrollierte Ausrichten von Werkstücken ist wiederum der Schonhammer besonders praktisch.

Es gibt deshalb nicht den einen „besten“ Hammer. Entscheidend ist immer, welche Kraft auf welches Material übertragen werden soll.


Worauf solltest du beim Kauf eines Hammers achten?

Achte zunächst darauf, dass Kopf und Stiel fest miteinander verbunden sind. Der Griff sollte sicher in der Hand liegen und zum Gewicht des Hammerkopfes passen.

Beim Schlosserhammer spielt außerdem das Kopfgewicht eine wichtige Rolle. Ein leichter Hammer lässt sich bei feineren Arbeiten besser kontrollieren, während schwerere Modelle mehr Schlagenergie übertragen.

Beim Gummihammer solltest du auf die Größe und Härte des Kopfes achten.

Beim Schonhammer sind dagegen die verfügbaren Schlageinsätze interessant. Wenn du den Hammer für unterschiedliche Materialien verwenden möchtest, sind austauschbare Einsätze besonders praktisch.


Sicherheit beim Arbeiten mit einem Hammer

Vor jeder Verwendung solltest du kurz kontrollieren, ob:

  • der Hammerkopf fest sitzt,
  • der Stiel keine Risse oder Beschädigungen aufweist,
  • die Schlagflächen unbeschädigt sind,
  • wechselbare Einsätze sicher befestigt sind.

Bei Arbeiten, bei denen Splitter oder Späne entstehen können, gehört außerdem eine geeignete Schutzbrille zur Werkstattausrüstung.

Und wichtig: Verwende einen Hammer immer nur für Arbeiten, für die seine Bauart vorgesehen ist.


Häufig gestellte Fragen

Welcher Hammer eignet sich als Allrounder?

Für allgemeine Arbeiten in Werkstatt und Haushalt ist der Schlosserhammer besonders vielseitig. Für empfindliche Werkstücke sollte zusätzlich ein Gummi- oder Schonhammer vorhanden sein.

Was ist der Unterschied zwischen Schlosserhammer und Klauenhammer?

Der Schlosserhammer besitzt eine Bahn und eine Finne und eignet sich unter anderem für allgemeine Werkstatt- und Metallarbeiten. Der Klauenhammer besitzt dagegen eine gespaltene Klaue, mit der Nägel aus Holz herausgezogen werden können.

Wann nehme ich einen Gummihammer?

Immer dann, wenn ein Werkstück mit Schlägen bewegt, eingepasst oder ausgerichtet werden soll, seine Oberfläche aber möglichst nicht durch einen Stahlhammer beschädigt werden darf.

Wann ist ein Schonhammer besser?

Bei kontrollierten Montage- und Richtarbeiten ist ein Schonhammer häufig die bessere Wahl. Besonders praktisch sind Modelle mit unterschiedlichen austauschbaren Schlageinsätzen.

Kann ich mit einem Gummihammer Nägel einschlagen?

Dafür ist er nicht vorgesehen. Zum Einschlagen von Nägeln verwendest du besser einen Schlosser- oder Klauenhammer.


Fazit: Vier Hammer – vier unterschiedliche Aufgaben

Der Schlosserhammer ist der klassische Allrounder für Werkstatt und Metallarbeiten. Der Klauenhammer ist besonders praktisch bei Holzarbeiten, weil sich mit seiner Klaue Nägel wieder herausziehen lassen.

Der Gummihammer spielt seine Stärken bei empfindlichen Oberflächen und beim Einpassen von Bauteilen aus. Der Schonhammer geht noch einen Schritt weiter und eignet sich besonders für kontrollierte Montage- und Richtarbeiten – vor allem, wenn unterschiedliche oder austauschbare Schlageinsätze verwendet werden.

Wer diese Unterschiede kennt, greift bei der nächsten Arbeit nicht einfach zum nächstbesten Hammer, sondern zum Werkzeug, das zur jeweiligen Aufgabe und zum Material passt.


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